Car-Freitag auf der Theo: Außer (und ohne) Kontrolle

Neu­lich, mal wie­der abends auf der Theo-Heuss, genauer gesagt: Kar­frei­tag. Top Wet­ter, lauer Abend – was könnte es schö­ne­res geben, als gemüt­lich im Floa­ting Mar­ket drau­ßen zu sit­zen, bei lecker Essen und fei­nen Cocktails.

Die abend­li­che Freude wird aller­dings getrübt durch so man­chen Mit­bür­ger, der die Theodor-Heuss-Straße zum Lau­sitz­ring erklärt und meint, sein „Indy-Car“ mit Kara­cho über die Straße jagen zu müs­sen. Car-Freitag auf Stutt­garts Poser-Meile. Neben dem Höl­len­lärm, mit dem so ein „Sport­wa­gen“ auf­war­ten kann, ist es für das Fuß­volk mit­un­ter nicht ganz unge­fähr­lich, die Straße zu über­que­ren. Denn Rück­sicht (geschweige denn Vor­sicht) ist jener Sorte Auto­mo­bi­lis­ten fremd, Tem­po­li­mite sind ab 20 Uhr auf die­sem Stre­cken­ab­schnitt schein­bar außer Kraft gesetzt. Gefah­ren wer­den geschätzte 100 und gefühlte 140. Wrooom!

Abge­se­hen davon, dass so man­cher Raser wohl das Gas­pe­dal benut­zen mag, um seine Libido zu stär­ken (Jungs: Es hilft wirk­lich nicht!) fragt man sich, was Stadt und Land zu den Ver­hält­nis­sen auf der Theo sagen. Und vor allem: Dage­gen unternehmen.

Die Ant­wort: Nichts. Man sieht auf der Theo abends keine Geschwin­dig­keits­kon­trol­len, Alko­hol­tests Fehl­an­zeige – man beschäf­tigt sich in der Amts­stube von „Ordnungs-Bürgermeister“ Schai­rer lie­ber mit der Frage, wie man den ruhen­den Ver­kehr mone­ta­ri­sie­ren kann (Klar – par­kende Fahr­zeige sind nicht so schnell weg wie die Raser auf der Theo), oder wie man im fuß­gän­ger­lo­sen Bereich der B10/B14 Radar­sta­tio­nen mon­tiert. Wo ist die Ver­kehrs­über­wa­chung eigent­lich, wenn man sie wirk­lich braucht?

Wahr­schein­lich las­sen sich durch punk­tu­elle Kon­trol­len keine respek­ta­blen Ein­nah­men rea­li­sie­ren. Da sind die Mil­lio­nen aus dem Park­raum­ma­nage­ment doch schnel­les und ein­fach ver­dien­tes Geld. Um Sicher­heit geht’s schon lange nicht mehr.

Ver­mut­lich muss erst etwas pas­sie­ren, damit die Damen und Her­ren im Rat­haus zu Potte kom­men. Aber dann ist’s lei­der zu spät. Und das Geschrei groß.

Der Schwabe und seine Streiche

In einem kann man den Schwa­ben gerost Schwei­ze­ri­sche Prä­zi­sion nach­sa­gen: Näm­lich wenn es ums Lär­men um 19 Uhr geht. Dann ist Schwa­ben­streich ange­sagt. Pünkt­lich auf die Minute wird mit aller­lei Zeug gerom­melt getrom­melt, geklopft, gehäm­mert und getrötet.

Das mag ja mal ganz lus­tig gewe­sen sein – der Schwa­ben­streich als Aus­druck zivi­lien Unge­hor­sams. Selt­sam fand ich es schon immer, wenn sich Männ­lein wie Weib­lein mit infan­ti­ler Hin­gabe um die Maxi­mie­rung mit Töp­fen und Koch­löf­feln erzeug­ba­ren Lärms duellierten.

Mal unter uns: Glaubt ernst­haft jemand von euch Schwa­ben­streich­lern, dass Lär­men etwas bewegt? Und wenn ja, was? Denn der Nerv-Faktor ist zwi­schen­zeit­lich ein hoher.

Des­halb: An die­ser Stelle eine Schwei­ge­mi­nute als stil­ler Protest.

Vielen Dank für die Blumen!

Da lacht die Kehr­wo­che: Wurde neu­lich bei den Blog-Kollegen auf kessel.tv erwähnt. Dan­ke­schön!

Vordereinstieg bei der SSB: Planlosigkeit trifft Desinteresse

Heute mor­gen durfte ich mal wie­der in den Genuss des Vor­de­rein­stiegs kom­men. Halb neun, Haupt­bahn­hof. Ich will in den 42er Rich­tung Wes­ten. Der steht schon da, als ich mit dem 44er auf der ande­ren Stra­ßen­seite ankomme. Also die Füße in die Hand genom­men, die Klett-Passage im Stech­schritt hin­ter mir gelas­sen, um den Bus noch zu bekom­men. Denn dank des Vor­de­rein­stiegs dau­ert das Pro­ze­dere, in den Bus zu kom­men, mor­gens um diese Zeit ja gerne mal vier Minuten.

Toll, das der 42er noch parat steht, als ich auf der Bahn­hofs­seite nach oben komme. Nicht toll, dass immer noch eine recht erbau­li­che Schlange vor dem Bus steht. Und nicht toll, dass viele Fahr­gäste die Geschichte mit „nach hin­ten durch­ge­hen“ nicht so recht begrei­fen wol­len. Was pas­siert also? Bus ver­meint­lich voll, ein paar Fahr­gäste vor mir knallt der Fah­rer die Vor­der­tür zu und geht aufs Gas.

An sich ja nicht so schlimm – wäre da nicht die Ver­spä­tung, mit der der nächste gelbe Wagen aus­ge­stat­tet ist. Und wäre da nicht die Tat­sa­che, dass der freund­li­che Fah­rer alle Türen öffnet, und das fah­rende Volk vorne wie hin­ten ein­stei­gen kann.

Ist jetzt Vor­de­rein­stieg oder nicht? Ich finde, die SSB agiert da ein wenig plan­los. Wäh­rend der eine Fah­rer bereit­wil­lig alle Türen frei­gibt wird man von ande­ren mit­un­ter recht rüde zurecht­ge­wie­sen, wenn man sich durch den Hin­ter­ein­gang schlei­chen will.

Zur Plan­lo­sig­keit gesellt sich dann auch noch Des­in­ter­esse. Sollte der Vor­de­rein­stieg nicht auch dazu die­nen, weni­ger Schwarz­fah­rer durch Vor­zei­gen des Tickets zu haben? Dem Fah­rer heute mor­gen hätte ich auch eine Post­karte von Bad Gas­tein zei­gen kön­nen, so sehr war sein Blick auf die Fahr­aus­weise gerich­tet. Oder den neuen Playboy.

Obwohl: Dann hätte er viel­leicht genauer hingesehen.

Podiumsdiskussion Parkraummanagement-West heute um 19 Uhr

Klei­ner Remin­der: Heute um 19 Uhr wird fin­det die Dis­kus­sion zum Thema Parkraummanagement-West statt. Nicht vergessen! :)

Parkraummanagement auch für weitere Innenstadtbezirke

„Das war ein phä­no­me­na­ler Start. Das Erfolgs­mo­dell Bewoh­ner­par­ken muss des­halb rasch auch auf andere Innen­stadt­be­zirke aus­ge­dehnt wer­den.“ So wird Wer­ner Wöl­fle, Frak­ti­ons­spre­cher der Grü­nen im Gemein­de­rat, heute in der Stutt­gar­ter Zei­tung zitiert.

Dass beim Bewoh­ner­par­ken von einem Erfolgs­mo­dell gespro­chen wird, über­rascht nicht – schließ­lich geht es um viel Geld für das gebeu­telte Stadt­sä­ckel. Lei­der ver­fehlt das Konzept„Bewohnerparken“ jedoch seine Wir­kung. Zwei­fel­los fin­det man tags­über zwi­schen­zeit­lich kom­for­ta­bel einen Stell­platz. Doch wie sieht es in den Abend­stun­den aus, und nachts? Also dann, wenn der gemeine Bewoh­ner im Wes­ten nach Hause kommt?

Dann ist die Suche groß, denn Park­plätze las­sen sich nicht durch blo­ßes Mone­ta­ri­sie­ren ver­meh­ren. Diese Bot­schaft jedoch scheint im Rat­haus noch nicht ange­kom­men zu sein. Da hilft es auch nicht, wenn sich Joa­chim Elser, Lei­ter der Ver­kehrs­über­wa­chung im Ord­nungs­amt gön­ner­haft zeigt: „Abends sind wir in Berei­chen, in denen es klemmt, noch großzügig.“

Nun sol­len also auch andere Stadt­be­zirke mit dem soge­nann­ten Park­raum­ma­nage­ment geseg­net wer­den. Dabei täte die Stadt gut daran, zunächst die Schwach­stel­len des Sys­tems im Wes­ten genau zu durch­leuch­ten und zu behe­ben – und zwar bevor man an ande­rer Stelle Hand anlegt. Viel­leicht kann die Podi­ums­dis­kus­sion am 8. April einen klei­nen Bei­trag dazu leisten.

Aha, „Parkplatzschützer“ gibt’s jetzt auch…

Vor kur­zem hat ein „Park­platz­schüt­zer“ einen mei­ner Arti­kel zum Thema Park­raum­ma­nage­ment S-West kom­men­tiert. Anfangs hielt ich den Namen für einen Scherz, doch erstaun­li­cher­weise scheint es diese Grup­pie­rung tat­säch­lich zu geben.

Ich bin bekann­ter­ma­ßen kein Freund der kom­mu­na­len Geld­druck­ma­schine Park­raum­ma­nage­ment – die viel kos­tet, auch viel ver­die­nen wird, aber unterm Strich nichts bringt. Zumin­dest nicht für die Anwoh­ner, „zu deren Wohle“ das Kon­zept ja „durch­ge­setzt“ wurde.

Dass es aller­dings nun eine Grup­pie­rung namens „Park­platz­schüt­zer“ gibt, finde ich selt­sam. Den Namen finde ich, mit Ver­laub, reich­lich fehl­ge­lei­tet – erin­nert er mich doch an so man­che Aktion im Stutt­gar­ter Schloss­gar­ten, die man getrost als frag­wür­dig bezeich­nen kann. Wenn die „Park­platz­schüt­zer“ es dar­auf abge­se­hen haben, freie Park­plätze zu beset­zen und anfan­gen,  „Gra­tis blei­ben!“ zu skan­die­ren, dann Mahlzeit!

Es scheint im Trend zu lie­gen, auf den Zug ande­rer auf­zu­sprin­gen. Mit „Mon­tags­de­mos“ für oder gegen einen Bahn­hof – oder jetzt mit den „Park­platz­schüt­zern“, die sich an die Begriff­lich­kei­ten der K21-Befürworter und S21-Gegner anhängen.

Schade auch, dass die Grup­pie­rung nicht so rich­tig Ross und Rei­ter nen­nen will. Erhielt ich doch, neben dem recht stan­dar­di­sier­tem Blog­kom­men­tar, auch eine Mail, die als Unter­zeich­ner auch nur „Die Pak­platz­schüt­zer“ nennt.

Nicht für ungut, meine Her­ren Park­platz­schüt­zer. Aber wer öffent­li­ches Gehör wünscht, der sollte sich auch öffent­lich dazu bekennen.