„Sie kommen nachts, im Schutz der Dunkelheit, um zu rauben und zu brandschatzen“ hieß es im Mittelalter.
„Sie kommen nachts, im Schutz der Dunkelheit, um zu kontrollieren und aufzuschreiben“ heißt es heute.
Die Rede ist von den kommunalen Parkraumüberwachern, die den Westen mit einer Flut von Strafzetteln überziehen. Natürlich kommen sie erst spät abends, denn da lässt sich in den Straßen besonders gut Kasse machen. Dann, wenn der gemeine Bewohner zuhause ist und sein Auto – in Ermangelung von Parkplätzen – eben auch dort abstellen muss, wo die Stadt Kurzparkzonen, Halteverbote oder sonstige „Verkehrsbehinderungen“ eingerichtet hat.
Besonders dreist finde ich die Tatsache, dass Law-&Order-Bürgermeister Schairer in der Podiumsdiskussion der Stuttgarter Nachrichten eine Überprüfung der 22-Uhr-Marke in Aussicht gestellt hat. Jetzt zeigt sich, was er mit „Überprüfung“ meinte: den gezielten Einsatz seiner Kontrolleure in der Zeit zwischen 20 und 22 Uhr.
Eine Lösung für das Parkproblem im Stuttgarter Westen hat die Stadt nicht. Dafür aber die Möglichkeit, abzukassieren. Und genau das macht Sie.

