Die Landeshauptstadt versucht sich in mehr Bürgernähe und Mitsprache – und hat beschlossen, dass es einen sogenannten „Bürgerhaushalt“ geben soll. In der Zeit vom 1.-22. Juli 2011 können auf der Website Vorschläge eingereicht werden, wie der Doppelhaushalt 2012/2013 aufgestellt sein kann.
Um das ganze ein wenig zu erläutern findet heute abend, 29.6.,
19:30 Uhr eine Informationsveranstaltung im Rathaus, Großer Sitzungssaal statt.
Hingehen, informieren, mitmachen! Und gespannt sein, ob die Stadt das Thema ernst nimmt :)
Es ist schon amüsant, den städtischen VerkehsüberwacherInnen bei der Arbeit zuzusehen. So geschehen heute morgen im W1. Unmittelbar an der Kreuzung stehen auf jeder Seite Autos, acht Stück an der Zahl. Alle parken in etwa gleich weit von der Straßeneinmündung entfernt – wir reden über rund einen Meter. Aber nur einer bekommt ein Ticket. Die anderen lässt man unbehelligt und fragt sich: Warum nur der eine. Zumal der nicht mal am weitesten in der Kreuzung geparkt hat.
Zehn Meter weiter parkt ein Fahrer sein Fahrzeug gegen die Fahrtrichtung, just in dem Moment, als die Kontrolleure vorbeikommen. Auch er bleibt unbehelligt.
So sehr ich die kommunale Geldmacherei ablehne, so sehr stellt sich gleichzeitig die Frage: Wird hier nach Gutdünken abgestraft? „Hey, der fährt nen Opel, der kriegt ein Ticket“ könnte das Credo sein. Oder: „Boa, geiler Benz, lass mal die Finger weg, Kollegin“.
Meine Vermutung: Planwirtschaft. Die Vorgabe von x Tickets im Monat ist fast erfüllt, also machen wir mal langsam. Ansonsten könnte der Chef im nächsten Monat ja mehr „Leistung“ verlangen – und das würde ja dann in Arbeit ausarten.
Eigentlich wollte ich ja im Zusammenhang mit dem Artikel über den 24-Stunden-Fahrdienst auch auf die Website des Jugendrats Stuttgart verlinken. Nachdem ich jedoch einen Blick ins Impressum geworfen habe, ist mir die Lust darauf vergangen. Denn da steht:
„Eine Verlinkung einzelner Seiten aus diesem Webauftritt ist nicht gestattet.
Wird eine Verlinkung gewünscht, so darf nur der gesamte Auftritt verlinkt werden, und zwar in der Weise, dass beim Klick auf die Verlinkung dieser gesamte Webauftritt in einem neuen Fenster erscheint. Solange gegen diese Vorgaben nicht verstoßen wird, ist gegen ein Verlinkung nichts einzuwenden.“
So verfügt die Landeshauptstadt Stuttgart, wie zu verfahren ist. Ohne Worte. Und nein: Ich werde diese Seite definitiv nicht verlinken. #fail #mannomann #gehtgarnicht
In einem halben Jahr ist es soweit: Dann dürfen Autos mit gelber Umweltplakette in der Landeshauptstadt nicht mehr fahren. Beschlossen wurde die Umweltzone bereits in 2007, zum 1.3.2008 sind die Beschränkungen in Kraft getreten. Ab 1.1.2012 ist nun Schluss für Fahrzeuge mit gelber Plakette – so sieht es die dritte Stufe des Luftreinhalte-/Aktionsplans für die Stadt Stuttgart vor.
Das klingt sinnvoll, zumal den Kommunen Strafen durch die EU drohen, wenn die vorgeschriebenen Grenzwerte für Feinstaub nicht eingehalten werden. Stuttgart schafft das seit Jahren nicht, was sicherlich an der großen Zahl von Fahrzeugen liegt, die täglich die Stadt passieren. Wenn ich mich recht entsinne, habe ich neulich irgendwas von 800.000 gelesen.
Stellt sich also die Frage: Wie lässt sich das Feinstaubproblem in den Griff bekommen? Die Umweltplakette ist sicherlich eine Maßnahme, die Belastung zu senken. Eine andere wäre aber zweifelsohne, für besseren Verkehrsfluss auf den Straßen zu sorgen. Und da besteht erheblicher Verbesserungsbedarf.
„805 Verkehrssignalanlagen gibt es in der Stadt. Das bedeutet, dass im Stuttgarter Straßennetz durchschnittlich alle 1,86 Kilometer eine Ampel den Verkehr aufhält.“ berichtet das Boulevardblatt mit den vier Buchstaben. Gefühlt dürften es noch mehr sein, denn irgendwie lässt einen der Verdacht nicht los, dass die Stadt jede nur erdenkliche Möglichkeit nutzt, um neue Wechsellichter zu installieren.
Damit der Wust an rot-gelb-grünen Signalgeber halbwegs koordiniert funktionieren soll, gibt es die Integrierte Verkehrsleitzentrale (ILVZ). Sie ist Herrin über Stuttgarts Ampeln, doch hat die „Herrin“ ihre „Untertanen“ auch im Griff, sprich: funktioniert die Ampelschaltung wirklich?
Ich hatte vor einigen Jahren das Vergnügen, mich mit irgendeinem Menschen im Tiefbauamt telefonisch über die Verkehrssteuerung in Stuttgart-Vaihingen auseinanderzusetzen. Die „Fahrt“ von der Autobahnausfahrt bis an den Vaihinger Markt dauerte seinerzeit (großzügig gerechtet) so lange, wie die Strecke Singen-Stuttgart auf der Autobahn. Außer der Aussage, man würde sich der Sache annehmen und mich kontaktieren passierte nichts.
Oder – aktuell und immer wieder gerne genutzt: Die Strecke von Hölderlinplatz Richtung Waldfriedhof. Einmal die Schwabstraße lang: Eine Katastrophe. Wenn man Glück hat – und sich nicht an die Verkehrsregeln hält, kann man eine grüne Welle schaffen. Das setzt aber Geschwindigkeiten weit jenseits der erlaubten 50 gepaart mit einer gewissen Ignoranz sämtlicher Sicherheitsregeln voraus. Wenn man sich daran hält: Rot an jeder Ampel.
Das sind nur zwei Beispiele von vielen. Rot ist die dominante Farbe auf Stuttgarts Straßen. Man könnte meinen, die Sozialdemokraten zahlen gut dafür um zu signalisieren „Seht, wir sind da!“. Die Gelben scheinen hingegen auch an den Ampeln ihrer politischen Rolle gerecht zu werden – mit deutlich weniger Anteil zu Rot und Grün.
Doch zurück zum Thema Feinstaub: Die Verursacher sind nicht nur die fahrenden Autos, sondern auch die Stehenden und die Tatsache, dass sowohl durch Brems– und Beschleunigungsvorgänge Feinstaub vermehrt „produziert“ wird. Also sollte es im Interesse der Stadt liegen, Verkehr so flüssig wie möglich zu gestalten.
Leider erweckt die kommunale Verkehrssteuerung den Eindruck, dass genau das vermieden werden soll. Deshalb meine Bitte an die Stadt: Die Umweltplakette ist das eine. Doch die Hausaufgaben von fließenden Verkehren sollte die Kommune noch leisten. Dann klappts auch mit der geringeren Feinstaubbelastung :)
Am Sonntag geht’s los: Dann ist der Freund wieder aus Leder und das Spiel dauert 90 Minuten. Die Frauen-Fußball-WM steht an!
Zugegeben: Ich hätte mich gefreut, wenn die Damen die gleiche mediale Aufmerksamkeit bekommen hätten, wie seinerzeit die Herren bei der WM im eigenen Lande. Aber so wie’s in vielen Unternehmen ist, spielen auch im Sport die Damen leider nur die zweite Geige.
Egal, jetzt werden die Fähnchen, Tröten und Vuvuzela-Apps wieder aktiviert, um die Bundesmädels anzufeuern. Wo das in Stuttgart geht, hat die Stuttgarter Zeitung zusammengestellt.
Wo schaut ihr? Gibts zusätzlich noch Plätze, an denen Königin Fußball öffentlich aufgeführt wird? Sagt Bescheid!
„Mobil sein in Stuttgart heißt, die SSB nutzen“, verkündet unser lokaler Nahverkehrsprovider auf seiner Website stolz – verbindet das aber im gleichen Atemzug mit der Einschränkung „vom frühen Morgen bis nach Mitternacht“.
Das ist leider wahr: Denn wer nach null Uhr Bus oder Bahn zu ergattern versucht, muss sehr genau auf die Uhr schauen. In der Regel ist ab halb eins Schluss mit den gelben Wagen.
Einigen Jugendräten passt das gar nicht, also wollen sie jetzt mit den SSB über einen 24-Stunden-Verkehr in der Landeshauptstadt verhandeln. „Gut so“, denkt der gemeine Bürger, der das Nachtleben in der Stadt gerne mal ohne Taxirechnung genießen möchte. Geht gar nicht, sagen dagegen die Betreiber. Ich zitiere mal aus der StZ: „Die SSB argumentiert, dass sie bei den Nachtfahrten kaum zusätzliche Einnahmen habe, weil die meisten Fahrgäste junge Leute mit Dauerticket seien.“
Holla die Waldfee! Da zahlt das Jungvolk schon für einen ganzen Monat und will dann auch noch einen ganzen Monat Leistung? Dreistes Gesindel! Oder so.
181,3 Millionen Euro Fahrgeldeinnahmen verbuchte die SSB im Jahr 2009. So stehts im Geschäftsbericht (der aktuelle für 2010 liegt leider noch nicht vor). Das sind 4,9 Millionen Euro oder 2,8 Prozent mehr als im vorangegangenen Jahr. Die Zahl der Fahrten sank um 0,5 Prozent, insgesamt verzeichnet das Netz zwei Haltestellen weniger als im Vergleichsjahr 2008. Alles in allem: mehr Geld bei weniger Fahrten. Und: Die nächste Preiserhöhung ist schon in Planung.
Ein 24-Stunden-Verkehr stünde der Landeshauptstadt und der SSB gut zu Gesicht. Nicht, weil das beschauliche Karlsruhe so etwas schon lange anbietet und nicht, weil es in anderen Großstädten Usus ist, sich nächtens mit Bus und Bahn zu bewegen. Sondern weil der Stuttgarter Nahverkehr im Vergleich mit anderen Städten eher als teuer gilt, und weil die Stadt will, dass weniger Autos die Straßen benutzen (und vor allem zuparken). Letzteres wird ja nicht zuletzt durch das Parkraummanagement forciert, sondern auch durch offenkundig verkehrsbehindernde Ampelschaltung. Aber das ist ein anderes Thema.
Also, liebe SSB: Immer nur höhere Preise gilt nicht. Wer Mobilität anbieten will, sollte das nicht von der Uhr abhängig machen. Vielleicht würde schon der Selbstversuch helfen, um den 24-Stunden-Service anzubieten. Einfach mal den Dienst-Mercedes stehen lassen wenn’s abends ins Städtle geht – und versuchen, nach Mitternacht ohne Taxi nach Hause zu kommen.
Ich finde ja, der @kehrwochenblog sollte weniger kehren und mehr bloggen
schreibt @jotka0711 auf Twitter. Recht hat er – wird höchste Zeit, dass auf dem Kehrwochenblog mal wieder was passiert. Also: Morgen vormittag gibt’s was zum Thema Nahverkehr und danach beschäftigen wir uns mit dem Individualverkehr. Und natürlich mit Fußball.
Stay tuned & Danke für die Geduld!
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